Unsicherheit als Übergang

eine kreative Annäherung

03.02.2026

Unsicherheit. Dieses leise, manchmal drängende Gefühl, das sich besonders in Zeiten des Übergangs in unser Leben schleicht. Wir kennen es alle – wenn etwas Altes endet, bevor das Neue klar erkennbar ist. Heute habe ich mich gefragt, was hinter dieser Unsicherheit steckt und wie ich ihr begegnen kann, ohne mich von ihr lähmen zu lassen. 

Ich habe mich gefragt: Was ist bereits da? Welche Werkzeuge kenne ich, die mir in solchen Momenten helfen können? Statt nach etwas Neuem zu suchen, habe ich mich an Methoden erinnert, die genau für diese Momente der Unsicherheit gedacht sind und mir schon an anderer Stelle weitergeholfen haben – und beschlossen, genau dort anzusetzen.


Neurographik
das innere Chaos sichtbar machen und verwandeln
 

 

Zu Beginn des neurographischen Prozesses schreibe ich in zwei Minuten etwa zwanzig Begriffe auf, die ich mit meiner Herausforderung verbinde. Dieses schnelle, intuitive Schreiben holt das Ungefilterte an die Oberfläche.

Bei mir tauchten Worte auf wie Angst, Hilflosigkeit, fehlendes Selbstbewusstsein, mangelnde Selbstwirksamkeit. Gefühle wie Überforderung und der Gedanke Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Auch die Frage Was denken die anderen? war da – ein Klassiker in Übergangsphasen.

Während ich den Basis‑Algorithmus durchlaufe – Entladen, Linien setzen, Abrunden, große Formen finden, Kolorieren, Feldlinien einzeichnen, Fixieren – verändert sich etwas. Das Bild beginnt zu atmen, und mit ihm auch mein innerer Raum.

Nach dem Prozess schreibe ich erneut zwei Minuten lang Begriffe auf. Und plötzlich entstehen ganz andere Worte: Entschiedenheit. Abgrenzung. Potenzial. Das Außen bleibt draußen. Es ist nur ein Gefühl. Ins Handeln kommen. Abkehr von Perfektion. Anfang. Kleine Schritte. Dranbleiben. Was ist der kleinste Schritt?

Die Unsicherheit ist nicht verschwunden – aber sie hat ihre Form verändert. Sie ist weniger Bedrohung, mehr Übergang. 

Die Visionscollage
ein Dialog mit meinem zukünftigen Selbst

Später am Tag habe ich meine Visionscollage betrachtet und mich gefragt: Was sagt sie mir zu diesem Thema?

Zuerst habe ich einfach notiert, was mir ins Auge springt. Dann habe ich diese Eindrücke auf meine aktuelle Situation bezogen – auf mein 2026, auf meinen Weg, auf die Veränderungen, die sich bereits abzeichnen.

Da war das Wort Umbruch. Da war Transformation. Da war die Einladung, neue Wege zu gehen und auch einmal einen Schritt ins Ungewisse zu wagen.

Ein Satz stach besonders hervor: „Die alte Ordnung steht vor dem Zerfall.“ Bezogen auf meine berufliche Situation bedeutet das: Jobwechsel sind heute normal. Kein Drama. Kein Scheitern. Sondern Entwicklung.

Ein anderes Bild sprach von einem Sprung nach vorne – ein Hinweis darauf, dass Stillstand Rückschritt ist und dass proaktives Handeln mich weiterbringt als Reaktion.

Der Engel der Verantwortung erinnerte mich daran, dass niemand außer mir die Schritte gehen kann, die jetzt anstehen.

Und dann war da noch die Bombe, die platzen wird – nicht aus Trotz, sondern als logische Konsequenz aus dem Nicht‑Handeln anderer. Auch das gehört zu Übergängen: Klarheit erzeugt Bewegung.

Unsicherheit als Wegweiser

 

Der Weg durch Übergänge ist selten linear. Es gibt viele Herangehensweisen, viele Rituale, viele kleine Schritte.

Mit Zeitinselkunst möchte ich euch auf diese Reise mitnehmen: Wie gehe ich mit den Fragen des Lebens um? Welche kreativen Rituale nähren mich? Was habe ich auf meinem Weg gelernt – und was lerne ich gerade?

Unsicherheit bleibt ein Gefühl. Aber sie ist auch ein Übergang. Und manchmal ist sie genau der Moment, in dem wir beginnen, uns selbst neu zu begegnen.